Über die Bibliothek

Zu Geschichte und
Gegenwart

Der historische Büchersaal, Zustand 1951, Foto: Görlitzer Sammlungen, Archiv
Der historische Büchersaal, Zustand 1951, Foto: Görlitzer Sammlungen, Archiv
Die Milich'sche Bibliothek, Zustand 1975, Foto: Görlitzer Sammlungen, Archiv

Die Geschichte der OLB beginnt 1726 mit dem Testament des Juristen Johann Gottlieb Milich


1726 bedachte der Schweidnitzer Jurist Johann Gottlieb Milich testamentarisch die Stadt Görlitz mit seiner Sammlung von 4.000 Büchern, 200 Handschriften und 500 Münzen nebst zahlreichen Kuriositäten und Merkwürdigkeiten. Er verband dies mit der Verfügung des öffentlichen und freien Gebrauchs. Damit wurde er zum Stifter der ersten öffentlich zugänglichen wissenschaftlichen Bibliothek in Görlitz. Die von ihm gesammelten Bücher wurden in Görlitz nach wenigen Jahren mit denen der Bibliothek des Gymnasium Augustum vereinigt, die ihrerseits bereits Bücher des alten Franziskanerklosters in sich aufgenommen hatte. Damit waren in dieser ersten öffentlichen städtischen Bibliothek die wichtigsten erhaltenen Görlitzer Buchbestände seit dem 14. Jahrhundert vereinigt.
Zahlreiche Geschenke und Legate ließen den Bestand weiter anwachsen und die Bibliothek zu einem Objekt des Stolzes der Görlitzer Bürgerschaft werden.

1779 gründeten der Görlitzer Jurist, Historiker und Sprachforscher Karl Gottlob Anton und der Meffersdorfer Naturwissenschaftler Adolf Traugott von Gersdorf eine Provinzialakademie, die sich den Namen »Oberlausitzische Gesellschaft zur Beförderung der Natur- und Geschichtskunde« gab.

Unverzichtbare Basis für die wissenschaftliche Arbeit der Gelehrtengesellschaft waren der Besitz und die Pflege von Sammlungen, darunter einer Bibliothek. Die angeschafften Bücher spiegeln das wissenschaftliche Profil der Gesellschaft wider. Werke zur Naturkunde, Ökonomie, Geschichte und Philosophie dominieren, Schriften zur Landeskunde der Oberlausitz spielten zunächst noch eine untergeordnete Rolle.

1801 schenkten Anton und von Gersdorf ihre umfangreichen Sammlungen, darunter die beiden jeweils etwa 10.000 Bände umfassenden privaten Bibliotheken, der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften.

Nach 1945 wurden der Bibliothek der Gesellschaft die Bücher der Milich'schen Bibliothek als Sonderbestand beigefügt und am 1. Januar 1951 die vereinigten Bestände unter der Bezeichnung »Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften« als wissenschaftliche Regionalbibliothek in städtischer Trägerschaft eröffnet.

Blick in einen Mikrofilm-Schrank, Foto: Görlitzer Sammlungen
Der Lesesaal der OLB heute, Foto: Görlitzer Sammlungen
Dr. Steffen Menzel und Dr. Jan Bergmann-Ahlswede bei einer Recherche im Lesesaal, Foto: Görlitzer Sammlungen
Blick in ein Magazin der OLB, Foto: Görlitzer Sammlungen

DIE BIBLIOTHEK ALS TEIL DER GÖRLITZER SAMMLUNGEN HEUTE

Die OLB ist heute eines der wichtigsten öffentlichen Sammlungs- und Informationszentren zwischen Dresden und Wroclaw/Breslau. Mit ihren Beständen unterstützt sie insbesondere Wissenschaft und Forschung. Sie steht aber ebenso allen privaten Interessenten offen.
Als wissenschaftliche Regionalbibliothek im Schnittpunkt deutscher und polnischer Geschichtsforschung versammelt die OLB das Wissen vergangener Zeiten und den Schatz des verbindenden kulturellen Erbes und dokumentiert den aktuellen Prozess. Darüber hinaus ist sie ein Ort der Kommunikation und des Transfers von Information und Wissen über Ländergrenzen hinweg.

Zu den wichtigsten Bestandsgruppen zählen: 40.000 Medien zur Geschichte und Landeskunde der Oberlausitz, Niederschlesiens und Nordböhmens; Literatur zu Leben und Werk Jakob Böhmes; 33 Inkunabeln; 1.000 Flugschriften der Reformationszeit; 3.000 Karten und Atlanten; 7.000 Leichenpredigten; 3.000 Schulprogramme; eine Vielzahl wissenschaftlicher Nachlässe im Archiv; 3.000 Mikrofilme und 7.000 Plakate.

Bei den rund 150.000 vorhanden Bänden handelt es sich überwiegend um Präsenzbestände, die zum Großteil im Online-Katalog verzeichnet sind. Darüber hinaus sind zahlreiche regionalgeschichtliche Werke sowie Briefschaften und Reisetagebücher von Adolf Traugott von Gersdorf und Karl Gottlob von Anton als Volltexte digital abrufbar.

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