Neuerwerbungen

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Neben den für unsere Besucherinnen und Besucher sichtbaren Bereichen und Ausstellungen, widmen sich die Görlitzer Sammlungen auch wissenschaftlicher Forschungsarbeit, deren Vermittlung und nicht zuletzt der Sammlungspflege auch durch gezielte Erweiterung der Sammlungsbestände. 

Der Begriff Neuerwerbungen umfasst dabei untschiedlichste Wege, auf denen neue Stücke in die Sammlung kommen. Das sind Schenkungen und Nachlässe von Privatpersonen oder Kunstschaffenden, aber auch Ankäufe aus eigenem Budget oder mit Hilfe unseres Fördervereins sowie großzügiger Spenderinnen und Spender. Für ihre großzügige Unterstützung danken wir an dieser Stelle sehr herzlich allen Förderern und Freunden unseres Museums, insbesondere dem Verein der Freunde der Görlitzer Sammlungen.

Neue Objekte in den Görlitzer Sammlungen

Urlaubsschein für den Landwehrmann Hans Georg König, 1817, Papier, bedruckt und beschrieben, 32,5 × 37,5 cm, Inv.- Nr. 55 2020, Schenkung von Dr. Gerhard König, Dresden (Foto: Sandra Faßbender) Der 1798 geborene Hans Georg König stammte aus Kodersdorf und gehörte als Landwehrmann dem Ersten Schlesischen Infanterieregiment an. Nach seiner regulären Dienstzeit musste er weiterhin der Armee zur Verfügung stehen. Wie auf der Rückseite des Scheins vermerkt, sollten regelmäßige Übungen in den Jahren 1817 bis 1833 seine Wehrkraft trainieren.
Johann Eleazar Zeißig, gen. Schenau (1737–1806), Der Kuss, um 1765, Radierung, 18,5 × 13 cm, Inv.-Nr. 506 2020, erworben aus der Galerie Schön, Bonn (Foto: Kai Wenzel) Das Blatt gehört zu den wenigen eigenhändigen Radierungen des aus Großschönau stammenden Malers Schenau. Da einige seiner Druckgrafiken zu den Kriegsverlusten des Graphischen Kabinetts gehören, schließt der Ankauf eine empfindliche Bestandslücke.
Adolf Gottlob Zimmermann (1799–1859), Die Anbetung Christi durch die Hirten und die Heiligen Drei Könige, um 1840, Öl auf Leinwand, 44,8 × 53,2 cm, Inv.-Nr. 32 2020, erworben aus dem Auktionshaus Ketterer, München, mit Unterstützung von Andreas Lesser, München (Foto: Kai Wenzel) Adolf Gottlob Zimmermann schuf das Gemälde nach einer Bleistiftskizze, die in einem seiner Skizzenbücher erhalten ist (KMG, Inv.-Nr. 674 2017). Zusammen mit zwei weiteren seiner Gemälde konnte es dank der großzügigen Unterstützung von Andreas Lesser erworben werden.
Karl Gottfried Traugott Faber (1786–1863), Die Wassermühle von Constappel bei Klipphausen, 1858, Pinsel in Wasserfarbe über Grafit, 19 × 27,8 cm, Inv.-Nr. 501 2020, erworben aus der Kunsthandlung Antikpalast Augsburg (Foto: Kai Wenzel) Im Duktus der Dresdener Romantik gestaltete Traugott Faber diese Ansicht der Wassermühle von Constappel. Die Vorzeichnung zu diesem kolorierten Blatt befindet sich im Kupferstichkabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.
Sophus Ruge (1831–1903), An der Bastei, 25. September 1859, Pinsel in Wasserfarbe, 21,2 × 27,5 cm, Inv.-Nr. 523 2020, erworben aus dem Kunstantiquariat Joachim Lührs, Hamburg, mit Unterstützung von Ilse Kirstein, Görlitz (Foto: Kai Wenzel) Die Zeichnung des Dresdener Geografen Sophus Ruge zeigt, wie sich die Zeichenkunst um 1860 von der Landschaftsdarstellung der Romantik löste und zu einer neuen, auf den Impressionismus vorausweisenden Leichtigkeit fand.
Moritz Werner, Der Görlitzer Malerwinkel, 1914, Öl auf Leinwand, 63 × 77 cm, Inv.-Nr. 521 2020, erworben von Kerstin Bernsdorf, Krauschwitz, mit Unterstützung des Vereins der Freunde der Görlitzer Sammlungen e. V. (Foto: Kai Wenzel) Moritz Werner hielt in dem Gemälde ein früher sehr beliebtes Motiv in der Görlitzer Altstadt fest: den Blick von der Bäckerstraße zum Rathausturm. Diese Stelle war auch als Görlitzer Malerwinkel bekannt.
Karl-Heinz Völker (1920–2005), Entwurf zum Gemälde „Brücke der Freundschaft“ (Eröffnung des Grenzübergangs Stadtbrücke), 1958, Öl auf Hartfaser, 67 × 92 cm, Inv.-Nr. 529 2020, erworben als Schenkung von Michael Völker, Görlitz (Foto: Kai Wenzel) Für die Görlitzer Stadthalle schuf Karl- Heinz Völker 1958/59 ein monumentales Gemälde, das die feierliche Eröffnung des Grenzübergangs Stadtbrücke zwischen Görlitz und Zgorzelec zeigt. Um die Kompositionsidee zu prüfen, stellte Völker zunächst diese kleinere Fassung her.
Arne-Bernd Rhaue (* 1954), Künstlerbuch (zeichnerische Intervention in „Arno Schmidt: Julia oder die Gemälde“), 2016, Pinsel in Wasserfarbe, 43 × 34 cm, Inv.-Nr. 528 2020, erworben von Eva Mezerová, Köln (Foto: Kai Wenzel) Der Kölner Arne-Bernd Rhaue, der aus einer namhaften Görlitzer Künstlerfamilie stammt, schuf dieses Künstlerbuch durch spontane Übermalungen in Arno Schmidts unvollendetem Roman „Julia, oder die Gemälde“. In dem Werk treffen zwei Künstler aufeinander, die ihre Jugend zeitweise in Görlitz verbrachten.
Eberhard Peters (* 1936), Cancan, 2018, Pastell, 47,9 × 35,9 cm, Inv.-Nr. 526 2020, erworben auf der 12. Kunstauktion der Stiftung für Kunst und Kultur der Oberlausitz mit Unterstützung des Vereins der Freunde der Görlitzer Sammlungen und der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien (Foto: Kai Wenzel) Eberhard Peters lebt und arbeitet in Weißwasser. Neben seiner beruflichen Tätigkeit als Glasgraveur und Lehrbeauftragter in den Oberlausitzer Glaswerken Weißwasser bildete er sich als Maler und Zeichner weiter.
Jürgen Matschie (* 1953), Altstadt Görlitz, 13. Juni 1990 (Fotografie Nr. 3 aus der Mappe „Görlitz. Bilder aus dem Jahr 1990), Abzug 2020, Pigmentdruck, 30 × 40 cm, Inv.-Nr. 524 2020, erworben vom Künstler mit Unterstützung des Vereins der Freunde der Görlitzer Sammlungen e. V. und der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien (Repro: Kai Wenzel) Im Jahr 1990 fotografierte Jürgen Matschie regelmäßig im Görlitzer Stadtraum. Aus den damals entstandenen Motiven stellte er 30 Jahre später eine Mappe mit 20 Fotoabzügen zusammen.
Dr. Ernst Kretzschmar (Städtische Kunstsammlungen Görlitz), Ausfuhrgenehmigung für Kulturgut von Johanna Scholz, 1982, Papier, Maschinenschrift, H: 29,7 cm, B: 21,1 cm, Inv.-Nr. 151 2019, Schenkung von Kerstin Gosewisch, Görlitz (Foto: Sandra Faßbender) Wenn Bücher, Kunstwerke und Antiquitäten vor 1989 aus der DDR ausgeführt werden sollten, prüften Sachverständige, ob sie unter das Gesetz zum Schutz des Kulturgutes der DDR fielen. Dann hätten sie im Land verbleiben müssen.
Menükarten, 1896 bis 1898, Pappe, farbig gedruckt, H: 15 cm, B: 10 cm, Inv.-Nr. 160 2019, Schenkung von Renate Langner, Berlin (Foto: Sandra Faßbender) Aus dem Haushalt der Familie Arthur v. Witzlebens (1835 Berlin – 1905 Görlitz) stammen diese Speisekarten für Festlichkeiten. Witzleben war Abgeordneter des preußischen Landtags und von 1896 bis 1900 Landrat des Landkreises Görlitz. Er wohnte in der Beletage des Hauses Marienplatz 2.
Helm der Görlitzer Bürgerwehr (sog. Pickelhaube), um 1850, Leder gepresst, Messingbeschläge, H: 23 cm, B: 18 cm, T: 23 cm, Inv.-Nr. 212 2019, Schenkung des Vereins der Freunde der Görlitzer Sammlungen e. V. (Foto: Sandra Faßbender) Der Helm stammt aus den letzten Jahren der Görlitzer Bürgerwehr. Nachdem der preußische Staat alle Polizeifunktionen von den Kommunen übernommen hatte, wurden die Bürgerwehren aufgelöst.
Kleid und Schuhe, 1951, Tüll bestickt, Holz, Kunstleder und Textil, Kleid L: 117 cm, Schuhe Gr. 6, Inv.-Nr. 678 2019, 679 2019, Schenkung von Renate Langner, Berlin (Foto: Sandra Faßbender) Die Pflegemutter von Renate Langner lebte in Görlitz und feierte hier 1951 ihre Silberhochzeit mit Familie und Freunden. Zu diesem Anlass ließ sie sich das Kleid schneidern und kaufte sich die Schuhe, was zu Beginn der 1950er Jahre ein kleiner Luxus war.
Conrad Beyer (nachgewiesen in Görlitz 1686–1701), Deckelbecher mit Bildnis Kaiser Leopolds I., um 1700, Silber, getrieben und gegossen, Höhe 17,5 cm, Gewicht 234 g, Inv.-Nr. 760 2019; Johann Gottlob Mertzsching (nachgewiesen in Görlitz 1704–1722), Becher mit zwei Wappenmedaillons, 1711, Silber, getrieben, Höhe 13,8 cm, Gewicht 208 g, Inv.-Nr. 761-2019, Schenkungen von Andreas Lesser, München (Foto: Kai Wenzel) Die beiden Becher sind herausragende Zeugnisse der Görlitzer Goldschmiedekunst der Barockzeit. Andreas Lesser erwarb sie im Wiener Auktionshaus Dorotheum, um sie dem Museum zu schenken. Die Becher sind dauerhaft im Barockhaus Neißstraße 30 ausgestellt.
Johannes Traurich, Deckeldose, 1692, Messing, gegossen, graviert, Dm 12,5 cm, Inv.-Nr. 764 2019, erworben von Ralf-Dieter Böye, Kloster Wulfshagen mit Unterstützung des Vereins der Freunde der Görlitzer Sammlungen e. V. (Foto: Kai Wenzel) Bei der Deckeldose handelt es sich um das Gesellenstück des Görlitzer Gelbgießergesellen Johannes Traurich. Sie ist nicht nur ein bedeutendes Zeugnis der angewandten Künste der Barockzeit in Görlitz, sondern auch ein interessantes Beispiel für die Ausbildungspraxis des Gelbgießerhandwerks, welches zu dieser Zeit mit mehreren Werkstätten in der Neißestadt vertreten war.
Heinrich Theodor Wehle (1778–1805), Das armenische Kloster Sanahin, 1801, Grafit, Kreide, H: 21 cm, B: 32,5 cm, Inv.-Nr. 738 2019, Ankauf von Renate Posse, Dessau mit Unterstützung der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen (Foto: Kai Wenzel) Als einer der ersten mitteleuropäischen Künstler reiste der aus der Oberlausitz stammende und an der Görlitzer Zeichenschule ausgebildete Heinrich Theodor Wehle 1801 in den Kaukasus. Seine Zeichnung konnte mit Unterstützung der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen zusammen mit sechs weiteren Werken Wehles sowie zwei Zeichnungen Christoph Nathes aus der Privatsammlung des Dessauer Arztes Dr. Peter Posse angekauft werden.
Hermann Naumann (* 1930), Zu Max Herrmann-Neiße „Einer bayerischen Kellnerin“, 1976, Lithografie, H: 64,3 cm, Br: 47 cm, Inv.-Nr. 717 2019, erworben aus der Galerie Himmel, Dresden (Foto: Kai Wenzel) Der Dresdener Grafiker Hermann Naumann schuf 1976 mehrere Lithografien zu Werken des Schriftstellers Max Herrmann-Neiße (1886–1941). Als Ehrenmitglied der literarischen Gruppe „Die Lebenden“, die der Görlitzer Ludwig Kunz 1923 gegründet hatte, spielte Max Herrmann-Neiße für die Kunstszene in Görlitz in den Jahren der Weimarer Republik eine wichtige Rolle.
Hans Lankes (* 1961), Steinstock (rot) und Schloss Königshain, 2018, Messerschnitte, jeweils H: 30 cm, Br: 20 cm, Inv.-Nr. 358 2020 und 360 2020, erworben aus der Kunstauktion der Stiftung für Kunst und Kultur der Oberlausitz mit Unterstützung des Vereins der Freunde der Görlitzer Sammlungen e. V. (Foto: Kai Wenzel) Der bei Regensburg ansässige Künstler Hans Lankes gestaltet fragile Kunstwerke aus Papier. Während seines mehrwöchigen Aufenthalts auf Schloss Königshain entstanden diese beiden Arbeiten, die das Schloss sowie den benachbarten Steinstock auf abstrahierende Weise zeigen.
Horst Leifer (1939–2002), Elblandschaft bei Dresden, um 1985, Öl auf Leinwand, 84 x 109 cm, Inv.-Nr. 367 2020, Schenkung des Ernst-Rietschel-Kulturrings e. V., Pulsnitz (Foto: Kai Wenzel) Der aus dem schlesischen Altreichenau / Stare Bogaczowice stammende Maler Horst Leifer ließ sich nach seinem Studium an der Dresdener Hochschule für bildende Künste in der Nähe von Greifswald nieder. Der Oberlausitz blieb er eng verbunden und erhielt 2001 den Bautzener Kunstpreis. Aus dem Nachlass des Sammlers Alfons Butz (1924–2017) erhielt das Kulturhistorische Museum vom Pulsnitzer Ernst-Rietschel-Kulturring e. V. 15 Gemälde und Zeichnungen Leifers geschenkt.
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