Barockhaus
Neißstraße 30
02826 Görlitz


Geboren und aufgewachsen in Görlitz, sammelte Hans-Peter Menge (* 1940) hier in den 1950er-Jahren erste künstlerische Erfahrungen im Unterricht bei dem bekannten Maler und Grafiker Günter Hain. Nach der anschließenden Berufsausbildung bei einem Kunstmaler und Restaurator in Reichenbach/Oberlausitz wollte er zunächst ein Studium an der Kunsthochschule in Ost-Berlin (Berlin-Weißensee) beginnen. Jedoch verließ er kurzentschlossen 1960 die DDR und ging nach Düsseldorf. Dort studierte er an der Werkkunstschule und anschließend an der Kunstakademie. »Zum Abschluss wollte ich noch bei Gerhard Richter studieren«, erzählte Hans-Peter Menge rückblickend in einem Interview. »Ich hatte ihn in mein Atelier gelotst und meine Arbeiten gezeigt. Er sagte aber nur: ›Ja, was wollen Sie denn bei mir noch lernen, Sie sind doch fertig!‹«
Seit Mitte der 1960er-Jahre lebt und arbeitet Hans-Peter Menge als freischaffender Künstler in Düsseldorf und Neuss. Im Jahr 2025 schenkte er dem Graphischen Kabinett der Görlitzer Sammlungen für Geschichte und Kultur eine Auswahl seiner Zeichnungen und Druckgrafiken. Einen Teil der Schenkung präsentiert die aktuelle Sonderausstellung, die zugleich anhand einer repräsentativen Werkauswahl Hans-Peter Menges künstlerische Entwicklung von den 1960er-Jahren bis zur Gegenwart veranschaulicht.

Nach seinem Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie wandte sich Hans-Peter Menge zunächst figürlichen Kompositionen zu. Insbesondere mit seinen abstrahierenden Aktlithografien und -gemälden erzielte er in den 1970er-Jahren international große Erfolge. Zum Wendepunkt wurde für ihn die Radierung »Badende« aus dem Jahr 1980: »Als ich das Blatt gedruckt hatte, erschien mir die Struktur des Wassers interessanter als die Aktdarstellung.« Seitdem widmet sich Hans-Peter Menge der Abstraktion. Seine Bildkompositionen aus geometrischen Formen und Farbklängen realisiert er häufig parallel in verschiedenen Techniken – als Zeichnung, Druckgrafik, Gemälde oder Glasobjekt. »Mein Prinzip dabei ist, dass Schönheit immer eine Gratwanderung zwischen Ordnung und Chaos bedeutet«, so Hans-Peter Menge. Diese Gratwanderung unternimmt er seit mehr als sechs Jahrzehnten und gelangt dabei immer wieder zu überraschenden Ergebnissen.
Begleitend zur Ausstellung im Graphischen Kabinett zeigen die Görlitzer Sammlungen für Geschichte und Kultur zwei Glasobjekte und zwei Gemälde von Hans-Peter Menge in der Galerie der Moderne im Kaisertrutz.

Neißstraße 30
02826 Görlitz
Der Besuch der Sonderausstellung ist im regulären Ticket für das Barockhaus, sowie unseren Kombitickets enthalten.
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