Was gibt es im Barockhaus?

In den Dauerausstellungen präsentieren wir Bürgerliche Kultur des Barock sowie Wissenschaft und Kunst um 1800. Zusätzlich zeigen wir bis Ende Februar:

Puppenhaus und Puppenküche sowie handgefertigte Puppen

Die Görlitzer Sammlungen haben im Barockhaus Neißstraße 30 wieder das große Puppenhaus des Herrn Kurt-Franken aufgestellt. Das Miniaturwohnhaus ist eine Leihgabe aus Privatbesitz und wurde im Maßstab 1:15 gebaut. Das im Stile der Gründerzeit gestaltete Wohn- und Geschäftshaus verfügt über 22 Räume, in denen Alltagssituationen dargestellt werden. Für den Betrachter gibt es unglaublich viele Details zu entdecken! Daneben ist ein kleiner Markt mit Verkaufsständen dargestellt – wie im richtigen Leben!

Doch hat nicht nur das Puppenhaus mit Möbeln, Beleuchtung und vielem mehr selbst gebaut, sondern auch Puppen angefertigt. Die Formen für Köpfe, Arme und Beine hat er selbst hergestellt. Jungen und Mädchen, aber auch feine junge Damen und Kinder mit anderen Hautfarben entstanden im Arbeitszimmer am Wilhelmsplatz. Liebevoll bemalte Kurt-Franken die Gesichter und nähte wunderbare Kleidungsstücke. Erstmals zeigen wir fünf, die uns ebenfalls aus Privatbesitz als Leihgabe zur Verfügung gestellt worden sind, und für die wir bis 31. Januar 2018 noch passende Namen suchen! >>> 

Neben dem Puppenhaus gibt es in diesem Jahr noch eine Puppenküche zu bewundern. Sie ist über einen Meter breit und knapp 50 Zentimeter hoch. Das Spielzeug war ein Geschenk zum Weihnachtsfest 1898 an die Tochter einer gutbürgerlichen Familie in Chemnitz, die wenige Tage später erkrankte und verstarb. Zwanzig Jahre später erwarben die Großeltern der späteren Besitzerin die Puppenküche für ihre Töchter. Kurz darauf zog die Familie nach Görlitz. 1925 wurde Tochter Ursula geboren, die 1929 zur alleinigen Besitzerin der Spielzeugküche wurde. In den Folgejahren wurde die Küche immer wieder ergänzt durch neues Geschirr, moderne Küchengeräte und eine funktionsfähige Kaffeemühle. Doch die größte Besonderheit war ein elektrischer Herd, auf dem sogar gekocht werden konnte. Als Ursula dem Puppenspielalter entwachsen war, wurde die Stube wieder verpackt und auf den Boden verbracht. Ursula war als Flüchtling in die Nähe von Münster gelangt, wohin ihre Mutter Pakete schickte – gefüllt mit Möbeln und Geschirrteilen der Puppenküche. 1951 zog die Mutter mit den restlichen Puppenküchenteilen nach. Die acht Kinder von Ursula, ihre dreiundzwanzig Enkelkinder und Urenkel durften in der Weihnachtszeit mit der Puppenküche spielen. Als Ursula vor einigen Jahren verstarb, suchte die Tochter den Kontakt zu uns. Am besten Sie entdecken selbst, welch wunderbares Geschenk der Stadt Görlitz gemacht wurde!

Bei Kerzenschein unterwegs im Barock(haus)

Wir bieten Ihnen eine besonders stimmungsvolle Familienführung an. Mit einem Lichtlein in der Hand durchstreifen Sie die weihnachtlich geschmückte Wohnung der Familie Ameiß im ersten Obergeschoss. Tina Richter geleitet Sie durch die Beletage. Die Führung findet am 23.01. und 30.01., jeweils 15:00 Uhr statt.