Was erwartet Sie im Kaisertrutz?

Neben den kulturgeschichtlichen Dauerausstellungen und der Galerie der Moderne zeigen wir in Kooperation mit dem Kunstfonds, Staatliche Kunstsammlungen Dresden noch bis zum 15. April die Sonderausstellung „Im Moment“ mit Fotografien aus Sachsen und der Lausitz.

Daran schließt sich die nächste Sonderausstellung des Kulturhistorischen Museums an:

2. Juni bis 4. November 2018
Unerhört!

Expressionismus in Görlitz

Bald nach Ende des Ersten Weltkriegs wandten sich Künstler in Görlitz dem Expressionismus zu und ließen bisherige Konventionen hinter sich. Impulse dafür kamen von der Dresdener Künstlervereinigung „Die Brücke“ sowie aus Breslau, wo der Maler Otto Mueller wirkte. Schnell wurde der Expressionismus zum Stadtgespräch, und Werke von Görlitzer Künstlern erlangten überregionale Bekanntheit.

Erstmals widmet das Kulturhistorische Museum dieser bedeutenden Epoche der Görlitzer Kunst- und Kulturgeschichte eine umfangreiche Sonderausstellung. Sie wird von einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm und einer Publikation begleitet.

Für die neue Sonderausstellung suchen wir Fotos von Görlitz und Görlitzern aus den Jahren von 1918 bis zum Ende der Weimarer Republik.

Unser Foto entstand 1925 und zeigt die illustre Gesellschaft zu einem 70. Geburtstag auf den Stufen der Oberlausitzer Gedenkhalle mit Kaiser-Friedrich-Museum. Der Jubilar (Bildmitte mit Blumenstrauß) ist Prof. Ludwig Feyerabend, der erste Museumsdirektor von Görlitz. Unter den Gästen waren u.a. Georg Snay (Oberbürgermeister von Görlitz 1906 bis 1927, mit Zylinder hinter Frau Feyerabend) und der jüdische Mäzen und Industrielle Martin Ephraim (links neben Snay).

Es war eine schwierige und turbulente Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, die von Nachkriegskrise und Inflation, nur langsamer wirtschaftlicher Erholung und ab 1929 von der Weltwirtschaftskrise und Massenarbeitslosigkeit geprägt war. Die Görlitzer Künstler wandten sich dem Expressionismus zu. Die Demokratie der Weimarer Republik eröffnete neue Freiheiten für die Künste. Sie brachte einen enormen Reichtum an Ideen und Fähigkeiten hervor, die auch im alltäglichen Leben sichtbar wurden. Erstmals hatten die Frauen in Deutschland das Wahlrecht und die Emanzipation machte einen großen Schritt vorwärts. Das Görlitzer Kulturleben war vielfältig. In Sport- und Wandervereinen, Laienorchestern und -theatern organisierten sich nun auch Frauen und Mädchen. In Lokalen erklang Jazzmusik und in der Stadthalle wurden erste Jugendweihen gefeiert.

Wie haben Ihre Vorfahren, Ihre Groß- und Urgroßeltern diese spannenden Jahre erlebt? Auch wenn es damals nur selten Fotoapparate in privaten Haushalten gab, wurden doch schon Fotoalben angelegt. Sie wurden gefüllt mit Porträts, die von Fotografen gefertigt wurden –  Hochzeitsaufnahmen, Kinderbilder, Fotos von der Konfirmation oder der ganzen Familie. Obwohl wir im Ratsarchiv und in den Beständen des Kulturhistorischen Museums das eine oder andere Bild fanden, bitten wir Sie um Ihre Hilfe. Besitzen Sie Aufnahmen von Görlitz aus den 1920ern?
Bitte leihen Sie uns Ihre Fotos oder Fotoalben. Die Kassen im Kaisertrutz und im Barockhaus Neißstraße 30 nehmen sie bis zum 29. März 2018 gegen eine Quittung entgegen. Sie erhalten Ihre Bilder schon bald zurück!
Oder haben Sie etwa Ihre Familienfotos bereits digitalisiert? Dann senden Sie uns diese Bilder mit Angaben zu den Personen, Orten und dem Entstehungsjahr an: Ausstellung@goerlitz.de. Gern können Sie mit uns auch telefonisch Kontakt aufnehmen unter 03581/67-1354 oder 67-1691.

Weitere Informationen folgen.