Zum Tag der Oberlausitz am 21. August

Die Görlitzer Sammlungen beteiligen sich am diesjährigen Tag der Oberlausitz und bieten am 21. August im Barockhaus Neißstraße 30 zwei Führungen an:

Carl Adolph Gottlob von Schachmann in Königshain – ein Europäer der Spätaufklärung in der Oberlausitz

Dienstag, 21. August 2018, 11:00–12:00 Uhr, Barockhaus Neißstraße 30, Führung mit Karin Stichel
Wenn am 21. August zwischen Pulsnitz und Lauban die Traditionen und Besonderheiten der Oberlausitz gepflegt und Geschichte und Kultur dieser Region auf unterschiedlichste Weise präsentiert werden, ist das die beste Gelegenheit an einen großen Oberlausitzer zu erinnern, der maßgeblich die Ideen der Aufklärung in der Oberlausitz verwirklichte – Carl Adolph Gottlob von Schachmann (1725–1789). Als erster Gutsherr in der Oberlausitz führte Schachmann in Königshain ein Erbpachtsystem ein und bewirkte damit eine grundlegende Reform der Landwirtschaft. Doch sein Streben ging weit über die Landwirtschaft hinaus. Mit seiner Schafzucht belebte er den regionalen Wollmarkt und die Tuchmacherei neu. Er organisierte den planmäßigen Abbau des Königshainer Granits, der für das heimische Baugewerbe, insbesondere für den Straßenbau, Verwendung fand. Neben diesen wirtschaftlichen Aktivitäten war ihm die Beschäftigung mit Kunst und Wissenschaften ein großes Bedürfnis. Die griechisch-römische Altertumswissenschaft nannte er seine „Lieblingswissenschaft“. Schachmann betätigte sich als Sammler von Münzen, Grafiken, „Altertümern“ und Büchern. Seine Mußestunden verbrachte er in seiner Bibliothek oder wirkte selbst als Zeichenkünstler. Teile seiner Bibliothek sind erhalten und werden noch heute in der Oberlausitzischen Bibliothek der Wissenschaften (OLB) verwahrt.
Im Gründungsjahr 1779 wurde Carl Adolph Gottlob von Schachmann Mitglied der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften und entwarf ihr Signet ̶–  einen Orangenzweig mit Blüten und Früchten, der noch heute in der OLB als Besitzstempel verwendet wird. Während der Führung am 21. August wird Karin Stichel das Leben und Wirken des großen Oberlausitzers Schachmann würdigen und auch einen Blick auf Stücke aus der alten Schachmann Bibliothek ermöglichen.

Adolf Traugott von Gersdorf und seine Errungenschaften für die Oberlausitz

Dienstag, 21. August, 15:00–16:00 Uhr, Barockhaus Neißstraße 30, Führung mit Dr. Constanze Herrmann
Adolf Traugott von Gersdorf, einer der bedeutenden Universalgelehrten seiner Zeit, wird heute fast nur noch als Mitgründer der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften und als Naturforscher wahrgenommen. Er war jedoch eine weit vielseitigere Persönlichkeit. Er selbst sah sich an erster Stelle als Ökonom und Landwirt mit der dazugehörigen Verantwortung für die auf seinem Grundbesitz lebenden Menschen. Dr. Constanze Herrmann betrachtet Gersdorf aus einem anderen Blickwinkel und zeigt auf, wie Gersdorf Gewerbeförderung zu betreiben suchte und deshalb stets auf der Suche nach neuen Gewerben und Gewerken für seine Einwohner war, welche Neuerungen er in der Landwirtschaft einführte, wie er die Armenfürsorge gestaltete und was für soziale Reformen er in der Bevölkerung durchsetzte. Zudem richten sich die Betrachtungen auf die damals neuen Erkenntnisse in Technik und Naturlehre und wie sich diese auf den Gersdorfschen Besitzungen und in der Oberlausitz praktisch bemerkbar machten.

Kosten pro Führung und Person: 8,00 Euro/ ermäßigt 5,50 Euro