Neue Sonderausstellung im Graphischen Kabinett ab 21. Februar

Die Görlitzer Sammlungen laden Interessierte am Freitag, dem 21. Februar, 17:00 Uhr herzlich ein zur Vernissage der nächsten Sonderausstellung im Graphischen Kabinett im Barockhaus Neißstraße 30.

„Ich glaube in der Kunst nicht an Ergebnisse, sondern nur an den permanenten Prozess des Formenwandels. Malerei, Graphik, Collage, Plastik und Photographie interessieren mich dabei nur insofern, als sie mir dienlich sind, Formen zu realisieren. Einzig die Formen und ihr Bedeutungswechsel im jeweils gewählten Medium haben mein Interesse. Ich versuche aus Etwas etwas anderes zu machen, denn in meiner Vorstellung bezieht sich alles auf alles und alles kann alles bedeuten.“ Axel Vater (1949–2014)

Der permanente Prozess des Formenwandels spiegelt sich in dem umfangreichen zeichnerischen Werk Axel Vaters wider. Dafür wählte er häufig den menschlichen Körper, der sich gleichermaßen in einem stetigen Veränderungsprozess befindet, als Bildgegenstand. Motivische Wiederholungen sind Zeugnisse seiner fortgesetzten Arbeit an der Form. Deren Wandlungen werden in der Auswahl der Werke sichtbar. Die Zeichnungen sind Teil einer umfangreichen Schenkung, die das Graphische Kabinett des Kulturhistorischen Museums Görlitz nach dem Tod Axel Vaters im Jahr 2014 erhielt. Seine künstlerischen Ausdrucksformen umfassen auch Gemälde, Druckgrafiken, Fotografien, Plastiken, Objekte und Collagen.

Axel Vater wurde 1949 in Görlitz geboren und verbrachte einen Teil seiner Kindheit in der Neißestadt. In dieser Zeit besuchte er oft das Kulturhistorische Museum und die Oberlausitzische Bibliothek, die ihm eine erste Orientierung für den späteren Lebensweg als Künstler gaben. Auch das Grab des Philosophen Jacob Böhme auf dem Görlitzer Nikolaifriedhof war für ihn ein magischer Ort, der ihm in Erinnerung blieb und später zu Werken inspirierte.

Mit seiner Mutter verließ Axel Vater 1958 die DDR. Von 1967 bis 1971 studierte Axel Vater an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf bei Teo Otto und Wolf Jürgen Seesselberg. Zu seinen Kommilitonen gehörten die ebenfalls aus Görlitz stammenden Künstler Gerhard Harvan und Hans-Peter Menge. Ab 1973 war Vater als freischaffender Künstler zunächst in Düsseldorf und später in Krefeld tätig. Gleichzeitig wurde er zu einem wichtigen Ausstellungskurator und organisierte über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg die Große Kunstausstellung NRW in Düsseldorf. Seinen künstlerischen Nachlass bewahrt heute die Axel Vater Stiftung.

Die Kabinettausstellung im Barockhaus Neißstraße 30 kann bis zum 6. September 2020 besichtigt werden.