Musikalisch-literarisches Programm

Anlässlich des Tages der Bibliotheken laden die Stadtbibliothek Görlitz und die Oberlausitzsiche Bibliothek der Wissenschaften am 24. Oktober, 19:00 Uhr gemeinschaftlich zu einem musikalisch-literarischen Programm ins Barockhaus Neißstraße 30 ein, die Erich Kästner (1899-1974) gewidmet ist. Der Schriftsteller und Journalist wurde vor allem durch seine Kinderbücher bekannt, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden. Seine Texte stimmen nachdenklich, sind oft aber auch humoristisch und enthalten mit Satire gespickte Gesellschafts- und Zeitkritik. In seinen Berliner Jahren schrieb Kästner den 1931 veröffentlichten Roman „Fabian – Geschichte eines Moralisten“. Eine Neuverfilmung hat die Lupa Film GmbH unter Produzent Felix von Boehm und Regisseur Dominik Graf 2019 zu großen Teilen in Görlitz realisiert.

Diese Tatsache und der 120. Geburtstag Kästners bot den beiden Bibliotheken den Rahmen, um Julia Boegershausen und Björn Bewerich zur Aufführung ihres Programms einzuladen.

Die 13 Monate gilt als eines der romantischsten und idyllischsten Werke Erich Kästners, das bezeichnend für seine späte Schaffenszeit ist. Dieser Gedichtzyklus ist in den 1950er Jahren entstanden. Kästner selbst erklärt im Vorwort, er schreibe die Gedichte als „ein Großstädter für Großstädter“, der sich auf die Schönheit des Kreislaufs der Jahreszeiten und der Natur besinnen wolle. Julia Boegershausen und Björn Bewerich bieten dieses unverwechselbare Werk in 13 Gedicht-Liedern, welches vom Komponisten Manfred Schmitz für Gisela May vertont wurde, dar und lassen damit den Schriftsteller Kästner mit seiner Kindheit in der Hosentasche, der Liebe zu Entwicklungen und seinen Fragen an die Moral ganz lebendig werden.

Weitere Texte dieses streitbaren Schriftstellers spannen an diesem Abend den Bogen in die eine gesellschaftliche und politische Ebene, welcher an Aktualität nichts zu wünschen übriglässt.

Julia Boegershausen und Björn Bewerich, aus verschiedenen musikalischen und schauspielerischen Bereichen kommend, agieren auf der Bühne bereits seit Längerem zusammen. In verschiedenen Programmen wird ihre Lust auf „ernste Unterhaltungsmusik“ deutlich. Immer wieder nehmen sie ihr Publikum ganz interaktiv mit auf die Reise in die Welt der 20/30er Jahre, in die jüdische Kultur oder lassen längst vergessene Chansons und Lieder, teils unbekannter Komponist_innen, zum Leben erwachen. Dabei schreiben sie ihre Dramaturgien selbst. Die Inszenierungen unterstützt der langjährige Theaterregisseur Andreas Rüdiger. Die Stimme und das Klavier stehen im Mittelpunkt des Abends. Beide Musiker leben und wirken (freiberuflich) in Görlitz.

Karten für die Veranstaltung im Barockhaus Neißstraße 30 sind zum Preis von 8,00 Euro/Person im Vorverkauf sowie für 10,00 Euro/Person an der Abendkasse erhältlich.