Kleiner Jahresrück- und -ausblick der Görlitzer Sammlungen

Nur sechs von zwölf Monaten war das Kulturhistorische Museum im Jahr 2021 geöffnet. Innerhalb des halben Jahres konnten insgesamt leider nur 13.707 Besuche bei Veranstaltungen, in den Ausstellungen in Barockhaus und Kaisertrutz sowie im Reichenbacher und im Nikolaiturm gezählt werden.

„Aufgrund der Schließungen im Frühjahr und im Herbst konnten viele Veranstaltungen nicht wie geplant stattfinden. Alternativ haben wir zwar online-Formate angeboten. Auch lassen sich Sonder- und Dauerausstellungen bequem am eigenen Bildschirm von zu Hause besuchen. Aber das Erlebnis eines Live-Besuchs bleibt nach unserer Erfahrung auch zukünftig unersetzlich. Besonders traurig ist es für die Sonderausstellung zum 950. Stadtjubiläum, der wir gern mehr Besucherinnen und Besucher gewünscht hätten. Doch schon geplante Ausstellungen lassen sich terminlich auch nicht immer unendlich verschieben. Besonders vermissen wir die unter normalen Umständen zahlreichen Besuche von Schulklassen und Hortgruppen. Wir hoffen aber, dass die Bedingungen 2022 wieder einen normalen Besucherverkehr zulassen.“, sagt Dr. Jasper v. Richthofen, Direktor der Görlitzer Sammlungen.

Die nächsten Sonderausstellungen im Museum:

Kaisertrutz, Platz des 17. Juni 1

5. März bis 12. Juni 2022
Weltenwanderer
Zeitgenössische Kunst aus der Schenkung Sammlung Hoffmann

15. Juli 2022 bis 8. Januar 2023
Silber für Sklaven. Schätze des Mittelalters

Barockhaus, Neißstraße 30
bis 20. März 2022
Charlotte E. Pauly. Druckgrafik und Zeichnungen

25. März bis 11. September 2022
Japanische Farbholzschnitte (Arbeitstitel)

16. September 2022 bis 12. Februar 2023
Armin Schulze (Arbeitstitel)

Wer noch kleine Geschenkideen für Weihnachten sucht, kann gern im Museumsshop im Barockhaus stöbern. Dieser bleibt Dienstag bis zum Donnerstag, 23. Dezember, von 10:00 bis 16:00 Uhr geöffnet. Die Öffnung danach erfolgt mit der Wiedereröffnung des Kulturhistorischen Museums im Jahr 2022.

Weniger Einschränkungen gab es in diesem Jahr bei der Oberlausitzischen Bibliothek der Wissenschaften. Abgesehen von einer kurzen Schließzeit und der temporären Nichtnutzung des Lesesaals waren die Ausleihe und Rückgabe von Medien durchweg möglich.

In der Woche nach Weihnachten findet der Bibliotheksbetrieb regulär am 28. und 30. Dezember von 10:00 bis 17:00 Uhr statt.
Die Bibliothek steht den Nutzerinnen und Nutzern dann ab 4. Januar 2022 wieder wie gewohnt Dienstag und Donnerstag 10:00 bis 17:00 Uhr und Freitag von 10:00 bis 13:00 Uhr zur Verfügung.

Die Oberlausitzische Bibliothek verzeichnete in diesem Jahr rund 350 Anfragen per E-Mail – sowohl wissenschaftliche bzw. heimatgeschichtliche Anfragen als auch Reproduktions- bzw. Digitalisierungswünsche. Die Absender kamen z.B. aus Japan von der Okayama-Universität, aus Frankreich von der Universität Lyon, aus Polen, aus Tschechien von der Universität Prag sowie Bosnien-Herzegowina. In Zusammenarbeit mit den Museumskollegen und mit Repliken aus ihrer Sammlung hat die Oberlausitzische Bibliothek 2021 eine Plakatausstellung in der Frauenkirche gestaltet. Außerdem wurden Ausstellungen in Bautzen, Herrnhut, Dresden und Krobnitz mit Originalen unterstützt. Für die X-Filme-Produktion „Torstrasse 1“ sind Dubletten für die Filmkulisse zur Verfügung gestellt worden.  Aufgrund der zunehmenden digitalen Präsenz der Bibliothek griffen fast 2000 Besucher online auf die Bestände der OLB zu und riefen 47.788 Seiten auf. Mehr als 11.500 Seitenaufrufe erfolgten auf die Kriegsbedingt verlagerten Bestände Görlitzer Provenienzen, die sich seit 1945 in der Universitätsbibliothek Wrocław befinden.
2.100 Bände wurden als Neuzugänge in den Bücherbestand eingearbeitet, davon allein 1.500 in die Museumsbibliothek. Dank Fördermitteln der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) konnten 2021 ca. 700 Briefe Friedrich v. Uechtritz restauriert werden. Zwei weitere Jahrgänge der Sächsischen Zeitung wurden mit ca. 5300 Aufnahmen verfilmt. Abgeschlossen ist die Zusammenlegung des Pools der Oberlausitzischen Bibliothek der Wissenschaften mit dem Archiv der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften. Zurzeit findet die Datenbereinigung statt, also beispielsweise der Abgleich der Personendaten.