Kaisertrutz

Das markante Gebäude entstand Ende des 15. Jahrhunderts, als der Görlitzer Rat die Stadtbefestigung auf der Westseite verstärken ließ. Bereits im 14. Jahrhundert war der gegenüberliegende Reichenbacher Turm errichtet worden, der durch die vorgelagerte Geschützbastei ergänzt wurde. Zur Verteidigung genutzt, wurde der Kaisertrutz tatsächlich nur während des Dreißigjährigen Krieges. Als 1641 Truppen Kaiser Ferdinands II. das von den Schweden besetzte Görlitz belagerten, erwehrten sich die schwedischen Verteidiger in der Bastei der anstürmenden kaiserlichen Truppen. Daraufhin erhielt das Rondell den Namen „Kaisertrutz“.
In den frühen 1920er Jahren wechselte das Gebäude zurück ins Eigentum der Stadt, die darin ein Museum einrichten ließ.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg verlor der Kaisertrutz seine Funktion als Verteidigungsanlage. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Gebäude als Lagerplatz, Hauptwache, Zeughaus und Militärgefängnis genutzt. In den frühen 1920er Jahren wechselte das Bauwerk ins Eigentum der Stadt Görlitz, die es bis 1932 zu einem Ausstellungshaus mit Depotbereichen und Büros umbauen ließ. 
Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges fanden nur Notreparaturen am Gebäude stat. Erst 2009 bis 2011 wurde das Objekt, das im Jahr 2011 Hauptausstellungsort der 3. Sächsischen Landesausstellung war, umfassend saniert. Das Gesamtbauvolumen betrug ca. 6 Millionen Euro, die überwiegend aus dem Bund-Länder-Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ sowie aus Rücklagen der Stadt Görlitz stammten.

Seither sind im Kaisertrutz fünf Geschosse nutzbar, das Haus ist ganzjährig geöffnet sowie barrierefrei erschlossen. Alle Etagen sind per Aufzug (mit akustischer Ansage) erreichbar. In die Ausstellungsbereiche integrierte Medienstationen wurden barrierefrei gestaltet. Zudem ist ein Audioguidesystem verfügbar, das auch Leichte Sprache anbietet.
Im Haus ist eine barrierefrei ausgestattete Sanitärzelle vorhanden. Direkt am Objekt wurden zwei Behindertenparkplätze eingerichtet.
Im Foyer befinden sich der Kassenbereich und der Museumsshop.

Darüber hinaus gibt es im Kaisertrutz einen Raum für museumspädagogische Angebote und Projekte.

Ausstellungen

Von der Eiszeit bis ins frühe Görlitz

Der geschichtliche Streifzug führt im Untergeschoss von den ersten Menschen, die in der Altsteinzeit in die Oberlausitz kamen und hier sesshaft wurden, bis zur Gründung der Stadt. Beeindruckende archäologische Fundstücke aus der Stein-, Bronze- und Eisenzeit sowie dem Mittelalter und ihre Fundorte belegen die wechselvolle Geschichte der Region.

Kaisertrutz - Von Jägern und Sammlern - UG

Vom Mittelalter bis zum Biedermeier

Dem Aufblühen der Stadt zur Handels- und Gewerbemetropole verdanken Bürger und Kirchen ihren Wohlstand, den hochwertige Kunstschätze wie mittelalterliche Altäre und Textilien sowie Zunftobjekte sichtbar machen. Das geistige Leben erreichte mit der Gründung des humanistischen Gymnasium Augustum 1565 einen Höhepunkt.

Kaisertrutz - Stadtgeschichte - EG

Von der industriellen bis zur friedlichen Revolution

Gewaltige wirtschaftliche und gesellschaftliche Umbrüche veränderten die Stadt und das Leben ihrer Einwohner im 19. und 20. Jahrhundert mehrfach.

Kaisertrutz - Stadtgeschichte - 1. OG

Raum für Sonderausstellungen

Auf 400 Quadratmetern präsentiert das Kulturhistorische Museum jährlich zwei bis drei inhaltlich wechselnde Ausstellungen. 
Vom 1. Februar bis 31. März sind rund 250 Arbeiten von Salvador Dalí aus der Sammlung Helmut Rebmann zu sehen.

Vom Impressionismus bis zum Expressionismus

Zwischen Dresden und Breslau/Wrocław gelegen, ist Görlitz seit mehr als einhundert Jahren ein spannungsreicher Ort der Künste. Das spiegelt die Galerie der Moderne mit Werken der wichtigsten Künstlerinnen und Künstler der Neißestadt und Referenzwerken überregional bekannter Meister wider. Malerei, Bildhauerei, Grafik und angewandte Künste des 20. und 21. Jahrhunderts bilden die Vielfalt der künstlerischen Positionen und Stilrichtungen ab.
Neu in der Galerie der Moderne >>>

Kaisertrutz - Galerie der Moderne - 3. OG