Barockhaus Neißstraße 30

Ausstellungen

Auf zwei Etagen werden in den Dauerausstellungsbereichen „Bürgerliche Kultur des Barock“ sowie „Kunst und Wissenschaft um 1800“ präsentiert. Ergänzend werden auch Kabinettausstellungen gezeigt.

Bürgerliche Kultur des Barock
Der Zittauer Leinwand- und Damastkaufmann Johann Christian Ameiß (1688–1742) ließ das großzügige Stadtpalais mit Wohn- und Handelsräumen an der Neißstraße errichten. Es ist der größte Barockhof in Görlitz. Ameiß bewohnte in der Beletage die repräsentativsten Räume mit prachtvollen Stuckdecken, deren Meister aus dem Umfeld des Dresdner Hofes kamen. Das teilweise originale Interieur mit wertvollen Möbeln, Öfen, Gemälden und kunsthandwerklichen Gegenständen lässt die Zeit des Barock aufleben. Die sich anschließenden Ausstellungsräume im Ostflügel widmen sich „Barocken Künsten“. Hier werden Gemälde, Fayencen und Porzellan, Gläser und Objekte aus Zinn und Silber präsentiert.

Kunst und Wissenschaft um 1800
Das zweite Obergeschoss ist dem Wirken der 1779 in Görlitz gegründeten Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften gewidmet. Einer der Gründer, Karl Gottlob v. Anton, hat das große Barockhaus 1803 erworben und wenig später der Gesellschaft geschenkt. Zu den testamentarischen Vermächtnissen der Gesellschaftsgründer gehörten neben Büchern und Handschriften auch wertvolle Grafiken und Gemälde sowie eine große geologische Sammlung. Sogar das historische Mobiliar hat sich erhalten und wurde liebevoll restauriert. In den verschiedenen Kabinetten werden die Forschungs- und Sammlungsschwerpunkte der Oberlausitzischen Gesellschaft vorgestellt. Dazu gehören ein Literatur- und Musikalienkabinett, Räume über die Erforschung des Riesengebirges und der Alpen sowie ein Altertümerkabinett.
Eine herausragende Kostbarkeit bildet das Physikalische Kabinett des Universalgelehrten und Mitbegründerrs der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften, Adolf Traugott v. Gersdorf. Gersdorf, der zeitlebens verschiedene Naturphänomene erforschte und nutzbar machen wollte, hat im späten 18. Jahrhundert eine einzigartige Sammlung wissenschaftlicher Instrumente zusammengetragen. Sie sind bis heute im Kulturhistorischen Museum erhalten geblieben und werden in der Dauerausstellung gezeigt.

Ergänzend präsentiert das Kulturhistorische Museum auch Kabinettausstellungen.

3D-Matterport

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Führungen in den historischen Bibliotheksräumen

Der historische Büchersaal kann regelmäßig zu den Öffnungszeiten des Kulturhistorischen Museums besichtigt werden. Führungen sind auf Wunsch buchbar. Zusätzlich findet von April bis Oktober und während des Schlesischen Christkindelmarktes jeweils montags 11:00 Uhr eine öffentliche Führung mit Blick in die historischen Bibliotheksräume statt.
Eintritt: 8,00 Euro/Person
Treffpunkt:
Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften, Handwerk 2
(Reise-)Gruppen ab 10 Personen können während der regulären Öffnungszeiten des Museums Barockhaus Neißstraße 30 einen kurzen Fotostopp im historischen Bibliothekssaal einlegen.
Kosten: 1,50 Euro/Person
Wenn Sie noch am selben oder am Folgetag das Barockhaus Neißstraße 30 besuchen und das Fotostopp-Ticket vorlegen, wird dies beim Eintritt verrechnet. Informationen dazu erhalten Sie an unserer Museumskasse.

Aus der Geschichte des Hauses

Im Herzen der Görlitzer Altstadt, direkt an der über 900 Jahre alten Handelsstraße via regia und an den Untermarkt grenzend, befindet sich das Barockhaus Neißstraße 30. Der Zittauer Leinwand- und Damastkaufmann Johann Christian Ameiß (1688–1742) ließ das großzügige Stadtpalais mit repäsentativen Wohn- und Handelsräumen nach dem Stadtbrand 1726 errichten. Es ist der größte Barockhof in Görlitz und es seit langem geistiges Zentrum der Oberlausitz. Die 1779 gegründete Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften hatte hier von 1804 bis 1945 ihren Sitz. Seit 1951 ist das städtische Museum Nutzer des Hauses.
Von 2009 bis 2013 fanden umfangreiche Sanierungsarbeiten mit einem Gesamtvolumen von 8,37 Millionen Euro statt, davon stellten Bund und Land 6,5 Millionen Euro als Fördermittel aus dem Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ zur Verfügung.
Die Wiederherstellung historischer Raumstrukturen bildete den Ausgangspunkt für die inhaltliche Neugestaltung der Ausstellungsräume. Beide Geschosse sind per Aufzug barrierefrei erreichbar.

Das Barockhaus Neißstraße 30 verfügt zusätzlich über folgende Kapazitäten, die angemietet werden können:
– den Johannes-Wüsten-Saal,
– einen Raum für museumspädagogische Angebote
– zwei Innenhöfe mit ca. 200 qm
– einen für Gastronomie nutzbaren Raum im Erdgeschoss mit Zugang zum Innenhof sowie
– einen Eingangsbereich mit Kasse und Museumsladen.
Informationen zur Vermietung finden Sie unter Besucher/Vermietung.