Das Kulturhistorische Museum

Audioguidesystem steht Nutzern im Kaisertrutz zur Verfügungze verfügbar

Am Anfang war die Idee, die Inhalte und Sammlungen des Kulturhistorischen Museums Görlitz den Besuchern nicht mehr ausschließlich über einführende Texte und Objektbeschilderungen und bei Führungen zu vermitteln. Ihrem Bildungsauftrag als größte städtische Kultureinrichtung entsprechend, haben die Görlitzer Sammlungen als Lösung die Einführung eines Audioguidesystems gefunden. Aus der Idee entstand ein Konzept, das Koordinator Thomas Doetsch weiterentwickelt hat. Mit finanzieller Unterstützung durch das Sächsische Ministerium für Soziales und Verbraucherschutz und die Sächsische Landesstelle für Museumswesen sowie verschiedener Partner erfolgte die Umsetzung des Projektes. Für die Realisierung eingesetzt wurden auch die 5.000 Euro Preisgeld, die das Kulturhistorische Museum Görlitz 2017 für den Spezialpreis des Sächsischen Museumspreises erhalten hat.
Integriert wurden die in den Dauerausstellungen vorhandenen Hörstationen. Insgesamt können 326 Audiostationen aufgerufen werden, 120 Stationen in deutscher Sprache und speziell für Sehbeeinträchtigte sowie 40 weitere in Leichter Sprache. Die Stationen sind nummeriert. Folgen soll ein taktiler Plan für sehbeeinträchtigte Nutzer. Die Texte wurden von Ensemblemitgliedern des Gerhart Hauptmann Musiktheaters Görlitz sowie der Deutschen Zentralbücherei für Blinde eingesprochen.
Über WLAN können die Museumsbesucher mit ihren eigenen Endgeräten durch das Auslesen des QR-Codes oder durch das Eingeben der Webseite die Audioinhalte aufrufen. Museumseigener Endgeräte können gegen Pfand (Ausweis) ausgeliehen und Kopfhörer können käuflich erworben werden.

Herzwiederbelebungsgeräte im Museum verfügbar

In der Stadtverwaltung Görlitz gibt es seit kurzem zwei weitere Herzwiederbelebungsgeräte. Die Boxen mit den automatisierten externen Defibrillatoren befinden sich im Kassenbereich der Museumshäuser Barockhaus Neißstraße 30 und Kaisertrutz und sind dort zu den Öffnungszeiten des Kulturhistorischen Museums zugänglich. „Bei rund 30.000 Besuchern pro Jahr in unseren Museumshäusern ist gut, für den Ernstfall eines plötzlichen Herz- und Kreislaufversagens gerüstet zu sein.“, erklärt der Direktor der Görlitzer Sammlungen, Dr. Jasper v. Richthofen.
Der plötzliche Herztod ist die häufigste Todesursache in Deutschland. Jährlich sterben rund 100.000 Menschen außerhalb von Kliniken am plötzlichen Versagen des Herzens. Betroffene haben nur eine Überlebenschance, wenn innerhalb von drei bis fünf Minuten mit einer effektiven Herz- und Lungenwiederbelebung begonnen wird. Ein Defibrillator leistet dabei gute Dienste.
Die beiden hochwertigen Markengeräte, die die Firma ToMa Marketing GmbH den Görlitzer Sammlungen dank der Unterstützung durch 14 lokale Unternehmen zur Verfügung gestellt hat, können problemlos von medizinischen Laien bedient werden. Mit den automatisierten Defibrillatoren wird der Herzrhythmus analysiert und der Anwender erhält über die Sprachsteuerung konkrete Anweisungen für sein Handeln. Das Gerät ist so ausgelegt, dass kein Schaden verursacht werden kann.
Auch im Rathaus Untermarkt 6-8 sowie in der Jägerkaserne befindet sich je ein Wiederbelebungsgerät.
Bleibt zu wünschen, dass die Geräte nicht zum Einsatz kommen müssen.

Nach mehr als 70 Jahren zurück

v.l.n.r.: Dr. Thomas Wessel, Kai Wenzel (Kurator), Museumsleiter Jasper v. Richthofen und Korinna Lorz, Sächsische Landesstelle für Museumswesen

Das Ge­mälde „Südlicher Hafen bei Tag“ aus dem Frühwerk des sächsischen Hof­malers Johann Alex­ander Thiele (1685–1752) gehörte unter der Inventarnummer 63-39 bis 1945 bereits zum Bestand der Städtischen Kunstsammlungen Görlitz (heute Kultur­his­to­risches Museum). Wie viele andere Objekte der Städtischen Kunstsammlungen ging es im Zuge der Auslagerung von Kunstgütern gegen Ende des Zweiten Weltkriegs verloren. Seitdem galt es als verschollen. Am 5. Dezember 2018 kehrte es nach mehrjäh­rigen Kaufverhand­lungen und mit Unterstützung durch die Sächsische Landesstelle für Museumswesen nach Görlitz zurück. Das Gemälde hat einen festen Platz im Dauerausstellungsbereich „Barocke Künste“ im ersten Obergeschoss des Barockhauses Neißstraße 30 erhalten.