Das Kulturhistorische Museum

Das Kulturhistorische Museum Görlitz präsentiert seine wertvollen Sammlungen in drei denkmalgeschützten Objekten – im Barockhaus Neißstraße 30, im Kaisertrutz und im Reichenbacher Turm. Die drei Ausstellungsgebäude bieten eine Gesamtausstellungsfläche von fast 4.000 qm.
Des Weiteren betreut das Kulturhistorische Museum seit 2016 in Kooperation mit dem Förderverein Kulturstadt Görlitz-Zgorzelec den Nikolaiturm. 

Der Sitz der Museumsverwaltung befindet sich im Biblischen Haus, Neißstraße 29.
Seit 2013 verfügt das Kulturhistorische Museum über ein zentrales Depot.

Görlitzer Magazin Nr. 31 erschienen

Das Görlitzer Magazin 31/2018 kann an den Museumskassen im Barockhaus Neißstraße 30 und im Kaisertrutz, Platz des 17. Juni 1, zum Preis von 9,90 Euro käuflich erworben werden. Die aktuelle Ausgabe enthält zehn populärwissenschaftliche Beiträge zur Geschichte der Stadt Görlitz und ihrer Umgebung sowie die Neuerwerbungen von Oberlausitzischer Bibliothek und Kulturhistorischem Museum. Das 120 Seiten umfassende Heft ist mit finanzieller Unterstützung durch die Freunde der Görlitzer Sammlungen e. V. im Verlag Gunter Oettel Görlitz – Zittau erschienen.

Eine kostbare Schenkung an das Kulturhistorische Museum Görlitz

Foto. Kai Wenzel

Außergewöhnliche Schenkungen gehören zu den Sternstunden jedes Museums. Das Kulturhistorische Museum erhielt 2019 eine besonders kostbare Spende von Andreas Lesser aus München – zwei barocke Silberbecher, die er in einem Wiener Auktionshaus erworben hatte, um sie dem Görlitzer Museum zu stiften. Es handelt es sich um prachtvolle Arbeiten zweier Görlitzer Silberschmiede des 17. und 18. Jahrhunderts. Auf einem Becher, der um 1695 geschaffen wurde, ist Kaiser Leopold I. dargestellt. Der andere Becher entstand anlässlich der Hochzeit des Görlitzer Juristen Johann Georg Neumann im Jahr 1711. Beide sind nun in der Silberkammer im Barockhaus Neißstraße 30 dauerhaft zu sehen und ergänzen auf wunderbare Weise die Sammlung an Görlitzer Silber der Barockzeit, die das Museum seit einigen Jahren neu aufbaut. Die alte Silbersammlung des Museums, zu der auch Teile des Ratssilbers gehörten, war 1945 vollständig verloren gegangen. In der Barockzeit zählte Görlitz zu den überregional bedeutenden Orten der Silberschmiedekunst. Görlitzer Silber ist auf dem Kunstmarkt heute eher selten zu finden und erzielt entsprechende Preise. Das Kulturhistorischen Museum ist umso dankbarer für die Schenkung. Herr Lesser engagiert sich seit vielen Jahren für den Erhalt von Kulturdenkmalen und Kunstgut im Osten Deutschlands. Sein selbstloses Engagement ist gelebtes Mäzenatentum, auf das Museen zu allen Zeiten angewiesen waren und von dem sie auch in der Gegenwart sehr profitieren. Denn ihre Aufgabe des Sammelns und Bewahrens von Kulturgut bleibt ein bürgerschaftliches Gemeinschaftswerk für kommende Generationen.

Cranachs Signatur wiedergefunden

Wibke Ottweiler und Daniel Görres bei der Untersuchung des Görlitzer Luther-Bildnisses von Lucas Cranach d. Ä. (Foto: Carmen Wojcik)

Im August 2019 forschten die Restauratorin Wibke Ottweiler und der Kunsthistoriker Daniel Görres vom Germanischen Nationalmuseum Nürnberg im Kulturhistorischen Museum Görlitz. Sie arbeiten in einem von der Leibniz-Gemeinschaft geförderten Forschungsprojekt, das alle Luther-Bildnisse aus der Werkstatt Lucas Cranachs d. Ä. näher untersucht. Ihr Interesse galt Cranachs Luther-Bildnis, das aus dem Görlitzer Rathaus stammt und im Barockhaus ausgestellt ist. Es trägt die Datierung 1546 und eine für Cranach untypische Signatur. Mit Hilfe einer Infrarotkamera konnte das Forscherteam völlig neue Erkenntnisse zur Entstehungsgeschichte des Gemäldes gewinnen. Demnach wurde der Bildhintergrund 1546 – in Luthers Sterbejahr – oder danach vollständig übermalt. Im Infrarotbild wurde unter dieser Übermalung die geflügelte Schlange als typische Signatur Lucas Cranachs d. Ä. sowie die Datierung 1530 sichtbar. Das heißt, das Görlitzer Luther-Bildnis ist nicht nur ein echter Cranach, sondern entstand schon anderthalb Jahrzehnte früher als bisher angenommen. Dem Nürnberger Forscherteam gilt dafür unser herzlicher Dank!

Liebeszauber im Kaisertrutz

Liebeszauber, 2016, Jochen Plogsties, Leihgabe des Kunstfonds, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Der Kunstfonds des Freistaates Sachsen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden stellt seit der Eröffnung der Galerie der Moderne wechselnd ein Werk zeitgenössischer Kunst aus Sachsen im Kaisertrutz aus. Derzeit ist der „Liebeszauber“ von Jochen Plogsties (Jahrgang 1974) zu sehen. Das Gemälde wurde als Förderankauf der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen 2016 für den Kunstfonds, Staatliche Kunstsammlungen Dresden erworben.

Liebeszauber, 2016
Öl auf Leinwand
Leihgabe des Kunstfonds, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Jochen Plogsties hat an der Kunsthochschule Mainz und anschließend an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig studiert. Von 2006 bis 2008 war er Meisterschüler von Neo Rauch. Plogsties lebt und arbeitet in Leipzig. Sein Gemälde zitiert das bekannte Werk „Der Liebeszauber“ eines niederrheinischen Meisters des 15. Jahrhunderts aus dem Museum der bildenden Künste in Leipzig. Durch Überlagerungen mit fiktiven Konstruktionslinien reflektiert Plogsties dabei über Original und Reproduktion.

Audioguidesystem im Kaisertrutz verfügbar

Ihrem Bildungsauftrag als größte städtische Kultureinrichtung entsprechend, haben die Görlitzer Sammlungen 2019 ein Audioguidesystem eingeführt. Das Konzept hat Koordinator Thomas Doetsch weiterentwickelt. Mit finanzieller Unterstützung durch das Sächsische Ministerium für Soziales und Verbraucherschutz und die Sächsische Landesstelle für Museumswesen sowie dem Einsatz des 2017 erhaltenen Preisgeldes für den Spezialpreises des Sächsischen Museumspreises udn unter Einbeziehung verschiedener Partner erfolgte die Umsetzung. Insgesamt können 326 Audiostationen aufgerufen werden, 120 Stationen in deutscher Sprache und speziell für Sehbeeinträchtigte sowie 40 weitere in Leichter Sprache. Folgen soll ein taktiler Plan für sehbeeinträchtigte Nutzer. Die Texte wurden von Ensemblemitgliedern des Gerhart Hauptmann Musiktheaters Görlitz sowie der Deutschen Zentralbücherei für Blinde eingesprochen.
Über WLAN können die Museumsbesucher mit eigenen Endgeräten durch das Auslesen des QR-Codes oder das Eingeben der Webseite die Audioinhalte aufrufen. Museumseigene Endgeräte können gegen Pfand (Ausweis) ausgeliehen und Kopfhörer können käuflich erworben werden.

Herzwiederbelebungsgeräte im Museum

In den Häusrn des Kulturhistorischen Museums gibt es Herzwiederbelebungsgeräte. Die Boxen mit den automatisierten externen Defibrillatoren befinden sich im Kassenbereich von Barockhaus Neißstraße 30 und Kaisertrutz und sind dort zu den Öffnungszeiten des Kulturhistorischen Museums zugänglich. Die hochwertigen Markengeräte hat die Firma ToMa Marketing GmbH den Görlitzer Sammlungen dank der Unterstützung durch 14 lokale Unternehmen zur Verfügung gestellt. Die Geräte können problemlos von medizinischen Laien bedient werden. 

Nach mehr als 70 Jahren zurück

v.l.n.r.: Dr. Thomas Wessel, Kai Wenzel (Kurator), Museumsleiter Jasper v. Richthofen und Korinna Lorz, Sächsische Landesstelle für Museumswesen

Das Ge­mälde „Südlicher Hafen bei Tag“ aus dem Frühwerk des sächsischen Hof­malers Johann Alex­ander Thiele (1685–1752) gehörte unter der Inventarnummer 63-39 bis 1945 bereits zum Bestand der Städtischen Kunstsammlungen Görlitz (heute Kultur­his­to­risches Museum). Wie viele andere Objekte der Städtischen Kunstsammlungen ging es im Zuge der Auslagerung von Kunstgütern gegen Ende des Zweiten Weltkriegs verloren und galt seitdem als verschollen. Im Dezember 2018 kehrte es nach mehrjäh­rigen Kaufverhand­lungen und mit Unterstützung durch die Sächsische Landesstelle für Museumswesen nach Görlitz zurück. Das Gemälde ist im Dauerausstellungsbereich „Barocke Künste“ im ersten Obergeschoss des Barockhauses Neißstraße 30 ausgestellt.