Das Kulturhistorische Museum

Das Kulturhistorische Museum Görlitz präsentiert seine wertvollen Sammlungen in drei denkmalgeschützten Objekten – im Barockhaus Neißstraße 30, im Kaisertrutz und im Reichenbacher Turm. Die drei Ausstellungsgebäude bieten eine Gesamtausstellungsfläche von fast 4.000 m².
Des Weiteren betreut das Kulturhistorische Museum seit 2016 in Kooperation mit dem Förderverein Kulturstadt Görlitz-Zgorzelec den Nikolaiturm. 

Der Sitz der Museumsverwaltung befindet sich im Biblischen Haus, Neißstraße 29.
Seit 2013 verfügt das Kulturhistorische Museum über ein zentrales Depot.

Nach dem Regen

Foto: Sandra Faßbender

Der Kunstfonds des Freistaates Sachsen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden stellt in der Galerie der Moderne wechselnd ein Werk zeitgenössischer Kunst aus Sachsen aus.
Die Skulptur „Nach dem Regen“ der Künstlerin Agnes Lammert (*1984) entstand im Jahr 2017. Agnes Lammert wuchs in Görlitz auf, sie lebt und arbeitet heute in Leipzig. Von der Malerei herkommend, untersucht sie im Wachsobjekt „Nach dem Regen“ das Wesen der Skulptur zwischen innerem Gerüst, äußerer Form und ihrem mit spezifischem Eigenwert besetzten Material. Das Werk wurde 2019 als Förderankauf der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen für den Kunstfonds, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, erworben.

Eine kostbare Schenkung an das Kulturhistorische Museum Görlitz

Foto. Kai Wenzel

Das Kulturhistorische Museum erhielt 2019 eine besonders kostbare Spende von Andreas Lesser aus München – zwei barocke Silberbecher, die er in einem Wiener Auktionshaus erworben hatte. Es handelt sich um prachtvolle Arbeiten zweier Görlitzer Silberschmiede des 17. und 18. Jahrhunderts. Auf einem Becher, der um 1695 geschaffen wurde, ist Kaiser Leopold I. dargestellt. Der andere Becher entstand anlässlich der Hochzeit des Görlitzer Juristen Johann Georg Neumann im Jahr 1711. Beide sind nun dauerhaft in der Silberkammer im Barockhaus Neißstraße 30 zu sehen und ergänzen die Sammlung an Görlitzer Silber der Barockzeit. In der Barockzeit zählte Görlitz zu den überregional bedeutenden Orten der Silberschmiedekunst. Heute ist Görlitzer Silber ist auf dem Kunstmarkt eher selten zu finden. Das Kulturhistorischen Museum ist Herrn Lesser, der sich seitv ielen Jahren für den Erhalt von Kulturdenkmalen und Kunstgut im Osten Deutschlands engagiert, umso dankbarer für die Schenkung.

Cranachs Signatur wiedergefunden

Wibke Ottweiler und Daniel Görres bei der Untersuchung des Görlitzer Luther-Bildnisses von Lucas Cranach d. Ä. (Foto: Carmen Wojcik)

Die Restauratorin Wibke Ottweiler und der Kunsthistoriker Daniel Görres vom Germanischen Nationalmuseum Nürnberg untersuchten in einem von der Leibniz-Gemeinschaft geförderten Forschungsprojekt alle Luther-Bildnisse aus der Werkstatt Lucas Cranachs d. Ä. Ihr Interesse galt auch Cranachs Luther-Bildnis mit der Zeichnung 1546 und einer für Cranach untypischen Signatur, das aus dem Görlitzer Rathaus stammt und im Barockhaus ausgestellt ist. Eine Infrarotkamera brachte ans Licht, dass der Bildhintergrund 1546 – in Luthers Sterbejahr – oder danach vollständig übermalt wurde. Zugleich machte die Kamera darunter die geflügelte Schlange als typische Signatur Lucas Cranachs d. Ä. sowie die Datierung 1530 sichtbar. Das Görlitzer Luther-Bildnis ist also nicht nur ein echter Cranach, sondern entstand schon anderthalb Jahrzehnte früher als bisher angenommen. Dem Nürnberger Forscherteam gilt dafür unser herzlicher Dank!