Das Kulturhistorische Museum

Liebeszauber im Kaisertrutz

Liebeszauber, 2016, Jochen Plogsties, Leihgabe des Kunstfonds, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Der Kunstfonds des Freistaates Sachsen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden stellt seit der Eröffnung der Galerie der Moderne regelmäßig wechselnd ein Werk zeitgenössischer Kunst aus Sachsen im Kaisertrutz aus. Derzeit ist das Gemälde „Liebeszauber“, von Jochen Plogsties (Jahrgang 1974) aus dem Jahre 2016 zu sehen. Das Werk wurde als Förderankauf der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen 2016 für den Kunstfonds, Staatliche Kunstsammlungen Dresden erworben.

Liebeszauber, 2016
Öl auf Leinwand
Leihgabe des Kunstfonds, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Jochen Plogsties studierte zunächst an der Kunsthochschule Mainz und anschließend an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Von 2006 bis 2008 war er Meisterschüler von Neo Rauch. Plogsties lebt und arbeitet in Leipzig. Sein Gemälde zitiert das bekannte Werk „Der Liebeszauber“ eines niederrheinischen Meisters des 15. Jahrhunderts aus dem Museum der bildenden Künste in Leipzig. Durch Überlagerungen mit fiktiven Konstruktionslinien reflektiert Plogsties dabei über Original und Reproduktion.

Audioguidesystem im Kaisertrutz verfügbar

Am Anfang war die Idee, die Inhalte und Sammlungen des Kulturhistorischen Museums Görlitz den Besuchern nicht ausschließlich über Texte und Objektbeschilderungen und bei Führungen zu vermitteln. Ihrem Bildungsauftrag als größte städtische Kultureinrichtung entsprechend, haben die Görlitzer Sammlungen als Lösung die Einführung eines Audioguidesystems gefunden. Aus der Idee entstand ein Konzept, das Koordinator Thomas Doetsch weiterentwickelt hat. Mit finanzieller Unterstützung durch das Sächsische Ministerium für Soziales und Verbraucherschutz und die Sächsische Landesstelle für Museumswesen sowie verschiedener Partner erfolgte die Umsetzung des Projektes. Für die Realisierung eingesetzt wurden auch die 5.000 Euro Preisgeld, die das Kulturhistorische Museum Görlitz 2017 für den Spezialpreis des Sächsischen Museumspreises erhalten hat.
Integriert wurden die vorhandenen Hörstationen. Insgesamt können 326 Audiostationen aufgerufen werden, 120 Stationen in deutscher Sprache und speziell für Sehbeeinträchtigte sowie 40 weitere in Leichter Sprache. Die Stationen sind nummeriert. Folgen soll ein taktiler Plan für sehbeeinträchtigte Nutzer. Die Texte wurden von Ensemblemitgliedern des Gerhart Hauptmann Musiktheaters Görlitz sowie der Deutschen Zentralbücherei für Blinde eingesprochen.
Über WLAN können die Museumsbesucher mit ihren eigenen Endgeräten durch das Auslesen des QR-Codes oder das Eingeben der Webseite die Audioinhalte aufrufen. Museumseigene Endgeräte können gegen Pfand (Ausweis) ausgeliehen und Kopfhörer können käuflich erworben werden.

Herzwiederbelebungsgeräte im Museum

In der Stadtverwaltung Görlitz gibt es seit kurzem zwei weitere Herzwiederbelebungsgeräte. Die Boxen mit den automatisierten externen Defibrillatoren befinden sich im Kassenbereich der Museumshäuser Barockhaus Neißstraße 30 und Kaisertrutz und sind dort zu den Öffnungszeiten des Kulturhistorischen Museums zugänglich. „Bei rund 30.000 Besuchern pro Jahr in unseren Museumshäusern ist gut, für den Ernstfall gerüstet zu sein.“, erklärt der Direktor der Görlitzer Sammlungen, Dr. Jasper v. Richthofen. Die beiden hochwertigen Markengeräte hat die Firma ToMa Marketing GmbH den Görlitzer Sammlungen dank der Unterstützung durch 14 lokale Unternehmen zur Verfügung gestellt. Die Geräte können problemlos von medizinischen Laien bedient werden. 

Nach mehr als 70 Jahren zurück

v.l.n.r.: Dr. Thomas Wessel, Kai Wenzel (Kurator), Museumsleiter Jasper v. Richthofen und Korinna Lorz, Sächsische Landesstelle für Museumswesen

Das Ge­mälde „Südlicher Hafen bei Tag“ aus dem Frühwerk des sächsischen Hof­malers Johann Alex­ander Thiele (1685–1752) gehörte unter der Inventarnummer 63-39 bis 1945 bereits zum Bestand der Städtischen Kunstsammlungen Görlitz (heute Kultur­his­to­risches Museum). Wie viele andere Objekte der Städtischen Kunstsammlungen ging es im Zuge der Auslagerung von Kunstgütern gegen Ende des Zweiten Weltkriegs verloren. Seitdem galt es als verschollen. Am 5. Dezember 2018 kehrte es nach mehrjäh­rigen Kaufverhand­lungen und mit Unterstützung durch die Sächsische Landesstelle für Museumswesen nach Görlitz zurück. Das Gemälde hat einen festen Platz im Dauerausstellungsbereich „Barocke Künste“ im ersten Obergeschoss des Barockhauses Neißstraße 30 erhalten.