Kabinettausstellung: NS-Raubkunst in den Görlitzer Sammlungen

 

In den Jahren 1933 bis 1945 wurden die Bestände der damaligen Städtischen Kunstsammlungen Görlitz, der heutigen Görlitzer Sammlungen, um rund 1.500 Objekte erweitert. Bereits seit den 1990er Jahren gab es Kenntnis darüber, dass sie während der Zeit des Nationalsozialismus zum Teil unter unrechtmäßigen Umständen erworben worden sind. Sie stammten aus jüdischen Privatsammlungen, deren Eigentümer von den Nationalsozialisten enteignet, aus dem Land getrieben oder umgebracht worden waren.

Mit Unterstützung des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste und der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen konnte 2016/2017 eine systematische Erforschung der Provenienzen jener Neuerwerbungen erfolgen. Von 150 ermittelten Kunstgegenständen befinden sich noch neun Objekte in der Museumssammlung. Sie werden zusammen mit Reproduktionen der bereits restituierten bzw. seit 1945 verschollenen Kunstwerke und Informationen zu den früheren Eigentümern in der Galerie der Moderne gezeigt.

Die Kabinettausstellung kann bis 2. Dezember 2018 im Kaisertrutz besichtigt werden. >>>

Als weiterführende Literatur empfehlen wir den Artikel “NS-Raubkunst in den Beständen der Görlitzer Sammlungen” von Katarzyna Zinnow im Görlitzer Magazin Nr. 29/2016. 

Motiv: Albert Weisgeber, Mädchen in spanischem Kostüm, 1908, 1940 aus der konfiszierten Breslauer Sammlung Carl Sachs erworben seit 1945 verschollen
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