Görlitzer Alltag in der Weimarer Republik

Vortrag von Historkerin Ines Haaser am 26. Oktober, 18:00 Uhr im Kaisertrutz

Die Jahre der Weimarer Republik waren eine Zeit der Widersprüche. Einer vielfältigen Kultur, bedeutenden wissenschaftlichen Errungenschaften und der Entdeckung des Freizeitvergnügens standen wirtschaftliche Not, hohe Arbeitslosigkeit und politische Verwerfungen gegenüber. Von diesen Spannungen wurde auch Görlitz geprägt. Die Inflation hatte die Zinsen und Renten der Pensionäre schmelzen lassen. Aus den einstmals begehrten Steuerzahlern wurden Unterstützungsempfänger der städtischen Sozialkasse. Der enorme Grundbesitz der Stadt half, die schlimmsten Auswirkungen der Krisenjahre zu bewältigen. Gleichzeitig stieg die Bevölkerungszahl auf 94.000 Einwohner an, auch durch die Eingemeindungen von Rauschwalde 1925 und Moys (heute Ujazd) 1929. Mit sozialem Wohnungsbau gelang es der Stadt, die Wohnraumnot zu lindern. Neue Siedlungen mit kleinen bezahlbaren Wohnungen entstanden an der Melanchthonstraße, im Hirschwinkel und an der Pestalozzistraße für Kriegsversehrte.