Görlitz im Ersten Weltkrieg

Das Ende des Ersten Weltkrieges vor einhundert Jahren ist Grund genug, die Zeit zwischen 1914 und 1918 in unserer Stadt näher zu betrachten. Dabei sollen Artikel der liberalen Tagespresse „Neuer Görlitzer Anzeiger“ als Quelle dienen. Schlaglichtartig werden  die Kriegsjahre vom Auszug der Soldaten und Offiziere der Görlitzer Garnison Infanterieregiment Nr. 19 unter dem Jubel der Bevölkerung am 7. August 1914 bis zum Waffenstillstand im November 1918 betrachtet.

Görlitz wurde zur Lazarettstadt, nahm tausende Kriegsgefangene auf und beherbergte ab Herbst 1916 das königstreue IV. griechische Armeekorps. Die Görlitzer Industrie produzierte für die Rüstung und die einfache Bevölkerung gab ihr gespartes Geld für Kriegsanleihen, um dem Kaiserreich die Fortführung des Krieges zu ermöglichen. Schon seit 1915 verschlechterte sich die Versorgungslage der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln und Heizstoffen trotz vielfältiger Gegenmaßnahmen durch die Stadtverwaltung. Am Ende des Krieges hatten 2.500 Görlitzer ihre Leben verloren, Kinder ihre Väter, Frauen ihre Ehemänner und Söhne. Zahlreiche kehrten traumatisiert oder versehrt heim. Die Wirtschaft lag am Boden und brauchte  mehr als ein Jahrzehnt, um sich zu erholen.