Einladung zu kulturgeschichtlichen Spaziergängen im Mai

Auf den Spuren der Görlitzer Stadtmauer – 3. Mai

Auch die Görlitzer Vorstädte waren durch Mauern und Tore geschützt. Das Finstertor steht noch heute. Johann Gottfried Schultz, Feder in Tusche, Pinsel in Wasserfarben, 1808

Am Donnerstag, dem 3. Mai, 17:00 Uhr, startet Historikerin Ines Haaser die Tour mit Ihnen am Kaisertrutz, Platz des 17. Juni 1.
Der erste kulturgeschichtliche Spaziergang führt entlang der Stadtmauer. Obwohl große Teile der alten Befestigungsanlagen, die seit dem 13. Jahrhundert die Stadt Görlitz schützten, um 1850 abgerissen wurden, kann man den Verlauf des alten Mauerringes noch immer im Stadtbild erkennen. Erst kürzlich wurden bei Erdarbeiten für die Errichtung einer neuen Turnhalle am Jüdenring Reste eines mittelalterlichen Rondells gefunden.
Spazieren Sie gemeinsam mit Ines Haaser entlang der Spuren von Mauern, Toren und Türmen. Endstation ist nach etwa eineinhalb Stunden an der Elisabethstraße.

Görlitz als herzogliche Residenzstadt – 17. Mai

Wer weiß schon, dass Görlitz einmal Mittelpunkt eines Herzogtums war und die Stadt sich zu einer Residenz mit Schlossanlage entwickelte? Kaiser Karl IV. hatte für seinen jüngsten Sohn Johann von Böhmen ein eigenes Herzogtum gegründet. Nach dem frühen Tod des Herzogs geriet diese Entwicklung in der Stadtgeschichte jedoch in Vergessenheit.
Folgen Sie am Donnerstag, dem 17. Mai, 17:00 Uhr, mit Historikerin Ines Haaser den Spuren der herzoglichen Residenzstadt bei einem abendlichen Spaziergang. Endstation ist nach etwa eineinhalb Stunden am Vogtshof.
Treffpunkt ist der kaisertrutz, Platz des 17. Juni 1.

Görlitz als frühneuzeitliche Handelsstadt – 24. Mai

Görlitz als frühneuzeitliche Handelsstadt stellt Ines Haaser beim kulturgeschichtlichen Spaziergang am Donnerstag, dem 24. Mai, 17:00 Uhr ab Kaisertrutz vor. Der Weg führt zu Märkten und Verwaltungsorten, zu Wohn- und Handelshäusern der reichen Patrizier und zu den Produktionsstätten von Bier, Tuch und Leder. Erfahren Sie, wie die Handelsstadt funktionierte, welche Gefahren im 16. Jahrhundert lauerten und welche Familien die Geschicke der Stadt in der Hand hielten. Endstation ist nach etwa eineinhalb Stunden die Neißbrücke in der historischen Altstadt.

Jacob Böhme für Anfänger – 25. Mai

Mehrfach musste sich Jacob Böhme vor dem Görlitzer Rat verantworten. Johann Gottfried Schultz, Feder in Tusche, Pinsel in Wasserfarben, um 1760

Sicher haben Sie schon gehört und gelesen von Jacob Böhme, dem Schuster, der nicht bei seinem Leisten blieb, sondern als Mystiker und Philosoph Bedeutung erlangte.
Um mehr über sein Leben und seine Lebensstationen in Görlitz zu erfahren, bieten wir Ihnen sozusagen einen „Einsteigerkurs“: Historikerin Ines Haaser führt Sie beim Kulturhistorischen Spaziergang am Freitag, dem 25. Mai 2018, 17:00 Uhr zu Orten, die mit dem Leben und Wirken Jacob Böhmes verknüpft sind. Der Rundgang beginnt am Barockhaus Neißstraße 30.

Jacob Böhme (1575-1624) gilt als der weltweit bekannteste Görlitzer, er war Mystiker, Philosoph und christlicher Theosoph. 1599 ließ er sich als Schuhmacher in Görlitz nieder, 1612 schrieb er – ohne akademische Vorkenntnisse – sein wohl bekanntestes Werk „Aurora – Morgenröte im Aufgang“. Damit begannen die lebenslangen Auseinandersetzungen mit Obrigkeit und Kirche, die ihm als „Ketzer“ letztlich ein christliches Begräbnis verweigerten. Sein Leben und sein Werk interessieren Einheimische und Gäste gleichermaßen. Schriftsteller, Theaterleute und Filmemacher lassen sich von ihm ebenso faszinieren wie Künstler und Musikschaffende. Aus seinem Nachlass sind über die Jahrhunderte leider keine persönlichen Gegenstände erhalten geblieben. So tritt er uns heute ausschließlich in seinen Ideen und Büchern gegenüber.

Der Jüdische Friedhof – 27. Mai
Am Sonntag, dem 27. Mai, 11:00 Uhr
findet ein kulturgeschichtlicher Spaziergang auf dem Jüdischen Friedhof in Görlitz statt. Historikerin Ines Haaser führt Sie zu repräsentativen Grabstätten und erzählt Ihnen von Görlitzer Bürgern, Geschäftsleuten und Wissenschaftlern, die in der Stadt gewirkt und hier ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.
Treffpunkt: Jüdischer Friedhof, Biesnitzer Straße 37
Noch heute beeindruckt der Jüdische Friedhof in Görlitz mit seinen imposanten Grabmalen und Grabsteinen sowie repräsentativen Familiengrabstätten. Nach jüdischem Brauch sind sie fast alle in Richtung Osten ausgerichtet. Erst 1847 war in der preußischen Oberlausitz das Gesetz über die „Gleichberechtigung der jüdischen Untertanen“ verkündet worden, das jüdischen Familien die Ansiedlung in Görlitz wieder gestattete. Die erste Eintragung ins Sterbebuch der Stadt Görlitz findet sich im Jahr 1848 (mit Bleistift).Das Grundstück an der Biesnitzer Straße war am 30. November 1849 käuflich erworben worden, ein Jahr darauf gründete sich offiziell eine Synagogengemeinde. Um 1900 bildeten etwa 600 Bürger eine jüdische Gemeinde. Bis 1933 wurden in den Friedhofsakten der Stadt Görlitz 49 Einäscherungen, von denen 18 Urnen auf den jüdischen Friedhof gebracht wurden, verzeichnet. 1933 bis 1945 wurden sämtliche Metallteile von den Gräbern entfernt. 1948 lebten nur noch fünf jüdische Bürger in der Stadt.

Hinweis: Männer werden gebeten, eine Kopfbedeckung zu tragen. Die Teilnehmerzahl ist auf max. 30 Personen beschränkt.
Wer diesen Ort selbstständig erkunden will, kann dies während folgender Öffnungszeiten tun: Sonntag bis Donnerstag 7:00 bis 18:00 Uhr, Freitag 7:00 bis 14:00 Uhr.

Görlitz als barocke Provinzstadt – 31. Mai

Auf einem kulturgeschichtlichen Spaziergang wird die Historikerin Ines Haaser Görlitz als barocke Provinzstadt vorstellen. Was hatte sich seit dem Anschluss der Oberlausitz und der Stadt Görlitz an Sachsen im Jahre 1635 geändert? Was wurde in Görlitz hergestellt? Welche Zünfte gab es? Wer handelte mit Leinen und Tuchen?  Wer konnte sich die schicken neuen barocken Wohnhäuser leisten? Wie sah es mit Wissenschaft, Kunst und Bildung aus? Endstation des Rundganges ist am Nikolaiturm.
Der Spaziergang findet am Donnerstag, dem 31. Mai, 17:00 Uhr statt und startet am Kaisertrutz.