Vortrag von Franziska Wilcken über die Architektur der Nikolaikirche

Ein Raum der Avantgarde für die Weltkriegsgefallenen. Martin Elsaessers Umgestaltung der Nikolaikirche in Görlitz 1924-1926

Die spätgotische Görlitzer Nikolaikirche birgt in ihrem Inneren einen Kirchenraum, der sieben Jahre nach Ende des Ersten Weltkrieges entstand. Mit dem Auftrag, dem Gedenken an die protestantischen Görlitzer Gefallenen eine architektonische Form zu geben, schuf der Architekt Martin Elsaesser einen hochexpressionistisch ausgestalteten Sakralraum. Elsaessers in Teilen gut erhaltene und spannungsreiche „Kriegergedächtnis“-Raumschöpfung erlaubt bis heute einen nahezu direkten Blick auf die künstlerische und politische Ambivalenz des Gefallenengedenkens der Weimarer Republik. Der Vortrag beleuchtet den Raum, seine Ausstattung und seine Funktion kunst- und architekturhistorisch, nicht zuletzt auch im politischen Kontext seiner Zeit.

Zur Person: Franziska Wilcken M.A. ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrgebiet Geschichte und Theorie der Architektur, Prof. Matthias Schirren, am der Technischen Universität Kaiserslautern.